Montag, 2. Dezember 2013

Happy Birthday - Geburtstag in der Klinik

Heute ist er nun also - mein eigentlich lang herbeigesehnter 17. Geburtstag.
Natürlich bin ich ziemlich traurig darüber, gerade heute nicht zuhause zu sein. Trotzdem wurde mir der Tag so schön wie möglich gemacht.

Meine Eltern hatten mir schon ein kleines Päckchen mitgegeben. Heute Morgen habe ich sie dann angeskyped und es geöffnet. Darin war die Uhr, die ich mir gewünscht habe:

"Florence" in Leder-Sand von Fossil

Viel Zeit hatten wir leider nicht, es ging zum Wiegen. Den Teil überspringe ich am besten, da ekele ich mich einfach nur vor mir selbst. Vor meinem Zimmer habe ich dann auch noch zwei Karten von Mitpatienten bekommen.


Das Poster hing draußen im Gang, ich habe mich echt gefreut :) Und beim Frühstück haben mir alle noch "Happy Birthday" gesungen und meinen Platz mit Konfetti dekoriert.

Mittags kam auch noch ein Blumenstrauß von meiner Familie. Weil ich total traurig war, dass ich meine Duftkerze am Anfang abgeben musste, haben sie mir einen Strauß mit Zimt und Orangen geschenkt. Der duftet ganz wunderbar nach Weihnachten!

Ihr merkt, alle haben sich wirklich Mühe gegeben, mir den Tag zu verschönern. Und dafür bin ich ihnen allen ziemlich dankbar.

Jetzt habe ich nur über meinen Geburtstag an sich geschrieben und gar nicht so sehr darüber, wie es hier eigentlich so ist. Die Therapien sind gut, die Zimmer schön, die Patienten nett und offen - die besten Voraussetzungen, um die Krankheit hier zu überwinden.

Aber dieses widerliche Völlegefühl nach jedem Essen geht einfach nicht weg und meine Selbstakzeptanz ist so niedrig wie noch nie. Ich kann mich gar nicht mehr am Bauch berühren, weil ich das Fett quasi schon wachsen sehe und spüre. Und das ist schrecklich.
Ich hoffe sehr, dass dieses Gefühl vergeht. Aber die anderen hier unterstützen mich total und kennen das ja auch alle aus ihrer "Anfangsphase".

Trotzdem kann ich nicht stolz auf mich sein, wenn ich die Richtmenge gegessen habe. Im Gegenteil, mich plagt ein schlechtes Gewissen und ich denke bei jedem Bissen, dass das jetzt sofort auf meine Hüften wandert. Wie gesagt, ich hoffe, das geht vorbei.

Heute Abend skype ich erstmal noch mit meiner Schwester. Und nächstes Wochenende kommt meine Mutter hierher und wir feiern noch ein bisschen nach. Die Vorfreude darauf und Anas Stimme wechseln sich in meinem Kopf im Moment die ganze Zeit ab. Aber es geht weiter.